Geschichte
Geschichte der Stadtwerke Quickborn
Eigentlich beginnt die Geschichte der Stadtwerke Quickborn schon im Jahre 1896.
Friedrich Schmidt, Besitzer einer Gerberei, installierte in seinem Betrieb eine
Dampfmaschine mit der, für die damalige Zeit, beachtlichen Leistung von 10 PS.
Ein angeschlossener Generator erzeugte Gleichstrom mit einer Spannung von 110 Volt
zum Antrieb der Maschinen in der Leder-Gerberei.
Der Bedarf an der neuen Energiequelle Strom wuchs so stark, dass die
Gemeinde Quickborn 1913 mit Friedrich Schmidt einen Vertrag für 30 Jahre über die
Stromlieferung für den gesamten Ort schloss.
Bereits 1917 reichte die 10 PS Dampfmaschine nicht mehr aus, um den wachsenden Bedarf zu decken. Eine neue Maschine mit 250 PS Leistung wurde installiert.
Bis 1927 versorgte Hermann Schmidt Quickborn mit Energie, dann verkaufte er sein
E-Werk an die Überlandzentrale des Kreises Pinneberg. Damit ging auch die Zeit des Gleichstroms zu Ende. Wegen der hohen Leitungsverluste
stellte man um auf Wechselstrom. Diese Technik erlaubt den Stromtransport über
wesentlich längere Strecken bei vergleichsweise niedrigen Verlusten.
Am 20. November 1928 war es schließlich soweit:
Die Gründung der Betriebswerke Quickborn.
Die Gemeinde Quickborn übernahm das bestehende Netz von der Pinneberger
Überlandzentrale und versorgte damit Quickborn, die Quickborner Heide,
Ellerau und Renzel. Noch heute stehen die Übergabestationen in Renzel Schulstraße
und am Bahnübergang Harksheider Weg. Nicht nur Strom- auch die Lieferung von Gas war eine der ersten Leistungen der Stadtwerke. Die Hamburger Gaswerke betrieben eine Fernleitung von Hamburg nach Neumünster- mitten durch Quickborn unter der Kieler Chaussee. Als Ergebnis der 1925 geführten Verhandlungen konnte man daher schon 1927 einhundertsechs Gaszähler ablesen.
Detlef Klingforth war der erste Werksleiter von 1928 bis 1945.
Sein Fuhrpark bestand aus 2 Dienstfahrrädern und einer Schottschekarre zum
Transport der Strommasten. Eine selbstgebaute Leiter ließ immerhin Arbeiten in
bis zu 9 Metern Höhe zu. Erst 1957 wurde das E-Werk abgerissen.
Quickborn zählte 1930 insgesamt 3387 Einwohner und damit waren jeden Monat
600 Stromzähler und 200 Gasmesser abzulesen. Der Preis für Licht betrug 45 Pfennig pro Kilowattstunde, für Drehstrom 25 Pfennig und für Gas berechnete man 21 Pfennig pro Kubikmeter. Die Zahlungsmoral ließ offenbar sehr zu wünschen übrig. Das änderte sich erst, nachdem Sofortzahlern 10 Prozent Rabatt gewährt wurde- rund 85 Prozent der Kunden zahlten direkt beim Ableser.
Seit der Gründung waren die Betriebswerke in der Gemeindeverwaltung untergebracht.
Es wurde eng- und so zog man 1935 in die ehemaligen Gebäude der Feuerwache in der Marktstrasse 4 um. Nach Kriegsende 1945 wählte man für den Neuanfang auch neue Namen: Aus Betriebswerke Quickborn wurde nun Gemeindewerke Quickborn und die Pinneberger Überlandzentrale ging auf in der Schleswig-Holsteinischen Stromversorgungs-AG -kurz Schleswag.
1947 übernahm Johannes Hansen die Leitung der Gemeindewerke Quickborn. Hansen, der bereits 1928 als Elektriker in der Pinneberger Überlandzentrale tätig war, beaufsichtigte auch die Umstellung des Quickbomer Stromnetzes. Kein leichtes Amt, mussten doch nach 1945 die alten Eisenleitungen wieder gegen Kupfer ausgetauscht werden und der Zustrom von Neubürgern- meist Flüchtlingen aus den Ostgebieten- war zu bewältigen. Quickborns Einwohnerzahl wuchs rasch an. Neue Trafostationen mussten gebaut, die Umspannstation am Justus-von-Liebig-Ring errichtet werden. Ab 1965 lag auch die zentrale Wasserversorgung in den Händen der Gemeindewerke Quickborn. Vier Tiefbrunnen an der Langelohe belieferten nun Quickborn und die umliegenden Gemeinden mit reinem Wasser von hervorragender Qualität. 1968 übernahm Dieter Suck die Leitung in den Gemeindewerken. 1968 hatte das Quickbomer Netz schon eine Länge von 205 Kilometern und versorgte 5500 Haushalte. Nachts leuchteten 666 Straßenlaternen. Für die rasch größer werdenden Gemeindewerke war der Kauf der ehemaligen Meierei an der Pinneberger Straße ein Glücksfall: Alle Betriebsteile zusammen- mitten im Versorgungsgebiet, schnelle Wege zu den Netzen und gut erreichbar für Fußgänger. Seit 1971 sind Büro, Werkstatt, Lager, Freiflächen und Garagen fertig. Der laufend steigende Bedarf an Strom erforderte neben dem Umspannwerk am Justus-von-Liebig Ring eine zweite Übergabestelle. So übernahm das Umspannwerk-Ost in der Max-Weber Straße ab 1973 die Versorgung von Ellerau und Quickborn-Heide. Das Wachsen Quickborns vom Großdorf zur Stadt bewirkte auch eine Namensänderung: Aus den Gemeindewerken wurden 1974 die Stadtwerke Quickborn. Nachdem Dieter Suck die Geschicke der Stadtwerke 34 Jahre erfolgreich bestimmt hatte, übergab er die Leitung 2001 an seinen langjährigen Mitarbeiter Uwe Timm.
Heute, im Jahr 2005, sind die Stadtwerke Quickborn ein Hightech Unternehmen mit 87 Mitarbeitern. Hervorragende Logistik, ein gut sortiertes Ersatzteillager und eine flexible Verwaltung sorgen für einen reibungslosen Betriebsablauf. Nach wie vor sind die Prämissen: Sicherheit, Zuverlässigkeit und Kundennähe!
Nicht ohne Grund äußerte sich ein Mitarbeiter vor der Kamera in Holsteiner Platt: „Ohne uns geiht dat nich!"

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